Wenn im Herbst die Blätter fallen, beginnt für viele Teichbesitzer eine der arbeitsreichsten Phasen des Jahres. Laub im Teich ist weit mehr als ein optisches Problem: Es zersetzt sich am Teichboden, setzt Phosphat und Ammoniak frei, treibt den Schlamm in die Höhe und kann im Winter bei der Verwesung Gase freisetzen, die für Fische gefährlich werden. Ein Laubnetz ist die einfachste und günstigste Vorbeugung – wenn man es richtig einsetzt.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, ab wann Sie das Laubnetz spannen sollten, welches Netz für Ihren Teich geeignet ist und worauf Sie bei der Montage achten müssen.
Warum ist Laub im Teich so problematisch?
Ein einzelnes Blatt im Teich ist kein Problem. Die Masse an Laub, die im Herbst in einen Gartenteich fallen kann, ist es. Die Folgen:
- Phosphat und Nährstoffe: Jedes verwesende Blatt gibt Phosphat ins Wasser ab – der wichtigste Algennährstoff. Ein laubreicher Herbst kann den Phosphatgehalt im Teich erheblich erhöhen und die Algensaison im nächsten Frühjahr von Anfang an befeuern.
- Schlamm: Laub das sich nicht vollständig zersetzt, bildet Schlamm am Teichboden. Je mehr Laub im Herbst in den Teich gelangt, desto mehr müssen Sie im Frühjahr absaugen.
- Ammoniak und Faulgas: Bei der anaeroben Zersetzung von Laub am Teichboden entstehen Schwefelwasserstoff und andere Faulprodukte. Im Winter, wenn der Teich zugefroren ist und keine Gasabgabe stattfinden kann, können diese Gase für Fische gefährlich werden.
- Sauerstoffverbrauch: Die Zersetzung organischen Materials verbraucht Sauerstoff – besonders kritisch im Winter, wenn der Sauerstoffgehalt ohnehin niedrig ist.
Ab wann sollten Sie das Laubnetz spannen?
Die meisten Teichbesitzer warten zu lang. Das Laubnetz sollte gespannt sein, bevor das Laub zu fallen beginnt – nicht wenn der Teich bereits voller Blätter ist. In den meisten Regionen Deutschlands bedeutet das:
| Region | Empfohlener Zeitpunkt |
|---|---|
| Norddeutschland | Mitte September |
| Mitteldeutschland | Ende September |
| Süddeutschland / Alpenvorland | Anfang Oktober |
| Städtische Lagen (wärmer) | Mitte Oktober |
Wenn Sie Bäume direkt am Teich haben – Birken, Weiden, Erlen – die früh Laub verlieren, spannen Sie das Netz entsprechend früher. Im Zweifel lieber eine Woche zu früh als zu spät.
Das Laubnetz kann bleiben, bis alle umliegenden Bäume ihr Laub vollständig verloren haben – in der Regel bis Ende November. Danach kann es abgenommen, gereinigt und trocken gelagert werden.
Welches Laubnetz ist das richtige?
Nicht jedes Laubnetz ist für jeden Teich geeignet. Die wichtigsten Auswahlkriterien:
Maschenweite
Die Maschenweite bestimmt, welche Partikel das Netz aufhält. Für den Einsatz am Gartenteich gilt:
| Maschenweite | Geeignet für |
|---|---|
| 4 – 6 mm | Normale Laubgröße – Standardwahl für die meisten Teiche |
| 2 – 3 mm | Feinlaub (Birke, Nadeln), Blütenpollen – dichter, schwerer |
| über 8 mm | Nur für grobes Laub geeignet, lässt Feinlaub durch |
Material
Polyethylen (PE) ist das gängigste und empfehlenswerteste Material – UV-beständig, langlebig und leicht zu reinigen. Günstigere Netze aus einfachem Kunststoff können nach ein bis zwei Saisons spröde werden und reißen.
Achten Sie auf verstärkte Ränder und eingenähte Ösen – das macht die Befestigung deutlich einfacher und verhindert, dass das Netz unter Schneelast oder Wind ausreißt.
Größe
Das Netz sollte den Teich großzügig überspannen – mindestens 50 cm Überstand auf jeder Seite. Zu knapp bemessene Netze hängen durch, sammeln Wasser und können in den Teich fallen. Lieber ein Netz zu groß kaufen als zu klein.
Laubnetz richtig spannen – so geht es
Ein falsch gespanntes Laubnetz ist kaum besser als keines. Diese Punkte sind entscheidend:
Netz straff spannen
Ein durchhängendes Netz sammelt Laub, Wasser und Schnee in der Mitte – das Gewicht kann das Netz in den Teich ziehen oder es beschädigen. Das Netz sollte straff gespannt sein und einen leichten Neigungswinkel haben, damit Laub zur Seite rutscht.
Befestigung am Boden
Den Rand des Netzes mit Heringen, Steinen oder speziellen Netzklammern am Boden befestigen. Lose Ränder werden vom Wind hochgehoben – Laub gelangt darunter in den Teich und Vögel können hineingeraten.
Abstand zum Wasser
Das Netz sollte nicht auf der Wasseroberfläche aufliegen. Idealerweise 20–30 cm Abstand zum Wasser – so können Fische normal atmen, Gase entweichen und das Netz muss nicht ständig gereinigt werden.
Regelmäßig leeren
Je nach Laubmenge und Witterung muss das Netz regelmäßig von Laub befreit werden – wöchentlich oder nach starkem Wind. Auf dem Netz liegendes Laub kann bei Regen sehr schwer werden und das Netz beschädigen.
Was tun mit dem aufgefangenen Laub?
Laub das auf dem Netz gesammelt wurde, ist wertvoller Rohstoff für den Garten – nicht einfach Abfall:
- Kompost: Laub kompostiert gut und ergibt nach ein bis zwei Jahren nährstoffreichen Humus. Nicht zu dick schichten und gelegentlich wenden.
- Laubkompost separat: Eichenlaub und Nadelstreu kompostieren langsamer und sollten besser separat kompostiert werden.
- Mulch: Gehäckseltes Laub ist ein hervorragender Mulch für Beete – schützt vor Frost und verbessert die Bodenstruktur.
- Igel- und Kleintierunterkünfte: Laubhaufen in ruhigen Gartenecken bieten Igeln und anderen Kleintieren Winterquartiere.
Laubnetz und Phosphat – der Zusammenhang
Wer trotz Laubnetz im Frühjahr mit erhöhten Phosphatwerten und starkem Algenwachstum zu kämpfen hat, sollte nicht nur an das Laubnetz denken – Phosphat kommt nicht nur über Laub in den Teich. Fischfutter, Fischkot, Regenwasser und Leitungswasser tragen ebenfalls bei.
Die Kombination aus Laubnetz im Herbst und einer Phosphat-Messung im Frühjahr ist die effektivste Vorbeugung gegen die erste Algenwelle der neuen Saison. Wer seinen Phosphatgehalt im Griff hat, startet entspannt in das neue Teichwasser-Jahr.
Laubnetz und Schlammsauger – das perfekte Duo
Ein Laubnetz reduziert den Laubeintrag – aber es verhindert ihn nicht vollständig. Feinlaub, Blütenpollen, Algenreste und andere Partikel gelangen trotzdem in den Teich und setzen sich am Boden ab. Das Laubnetz und das regelmäßige Absaugen des Teichbodens ergänzen sich deshalb ideal:
- Laubnetz im Herbst: hält den Großteil des Laubes aus dem Teich
- Schlammsauger im Herbst: entfernt was trotzdem eingel angt ist, bevor es über den Winter verrotten kann
- Schlammsauger im Frühjahr: entfernt die Reste der Winterzersetzung, bevor steigende Temperaturen Phosphat und Ammoniak freisetzen
Häufige Fragen zum Laubnetz
Muss ich das Laubnetz im Winter drin lassen?
Nein – sobald alle Bäume ihr Laub verloren haben und kein weiterer Eintrag zu erwarten ist, kann das Netz abgenommen werden. Im Winter kann Schnee auf dem Netz sehr schwer werden und es beschädigen. Netz abnehmen, reinigen und trocken lagern.
Kann ich das Laubnetz das ganze Jahr über drauflassen?
Technisch ja – praktisch nicht empfehlenswert. Im Sommer verhindert ein dauerhaftes Netz den natürlichen Gasaustausch, reduziert das Licht für Wasserpflanzen und macht die Teichpflege deutlich umständlicher. Laubnetz ist eine Saisonmaßnahme von September bis November.
Mein Teich liegt unter einer großen Eiche – reicht ein normales Laubnetz?
Eichenlaub ist besonders problematisch, weil es Gerbsäure enthält die das Wasser ansäuern und den pH-Wert senken kann. Ein normales Laubnetz mit 4–6 mm Masche reicht für die Blätter. Zusätzlich die Eicheln absammeln – sie sinken durch jedes Netz und zersetzen sich am Boden.
Was tun wenn bereits viel Laub im Teich ist?
Sofort handeln: Laub mit einem feinen Kescher von der Oberfläche abfischen. Was bereits am Boden liegt, möglichst bald absaugen – bevor es sich zersetzt und Phosphat freisetzt. Dann erst das Laubnetz spannen, damit kein weiteres Laub hineingelangt.
Fazit: Laubnetz jetzt – Probleme im Frühjahr vermeiden
Das Laubnetz ist eine der günstigsten und wirksamsten Maßnahmen in der Teichpflege. Es verhindert nicht nur Arbeit im Herbst, sondern auch Algenprobleme im nächsten Frühjahr – weil weniger Laub im Teich weniger Phosphat und weniger Schlamm bedeutet.
Rechtzeitig spannen, straff befestigen, regelmäßig leeren – und im Herbst noch einmal den Teichboden absaugen. Das sind die zwei Maßnahmen, die Ihren Teich optimal auf den Winter vorbereiten.
Weiterführende Ratgeber: