Mücken können zu einer echten Plage werden, vor allem an heißen Sommertagen. Ein Gartenteich ist ein Ort der Entspannung, doch gerade hier halten sich Mücken gerne auf. Als stehendes Gewässer bietet der Gartenteich bereits im Frühjahr ideale Bedingungen für die Eiablage der Mücken. Die Stiche sind nicht nur äußerst unangenehm, da sie jucken, sondern sie können sich auch entzünden und zu schwerwiegenden Infektionen führen. Nicht zu vergessen sind verschiedene Krankheiten, die von Mücken übertragen werden können und auch in Deutschland auf dem Vormarsch sind.
Warum Sie etwas gegen die Mücken tun sollten
Jeder kennt das Problem: Sie sitzen an einem warmen Sommerabend draußen, lassen den Tag vielleicht am Grill ausklingen — da trüben die Mücken die Freude. Es sind übrigens nur die Weibchen, die Blut saugen. Sie benötigen es, um ihre Eier zu produzieren. Die Stiche sind äußerst unangenehm und können sich entzünden. Verschiedene Erkrankungen wie Dengue-Fieber breiten sich zunehmend auch in Deutschland aus.
Ein Gartenteich bietet als stehendes Gewässer ideale Bedingungen für die Mücken, um sich zu vermehren — egal ob Zierteich, Molchteich, Fischteich oder Schwimmteich. Es ist daher wichtig, die lästigen Mücken gezielt zu bekämpfen.
Der Gartenteich als Brutstätte für Mücken
Mücken, auch Nematocera genannt, lieben Sümpfe, Feuchtgebiete und Gewässer. Stehende Gewässer wie Gartenteiche sind die beliebtesten Brutplätze für die Stechmücke — die am häufigsten vorkommende Mückenart an Gartenteichen.
Bei einer Wassertemperatur von 15 Grad Celsius lassen die Mücken nicht mehr auf sich warten — oft schon Mitte Mai. Je kleiner Ihr Teich ist, umso schneller kann er sich erwärmen und umso früher treten die Mücken auf den Plan.
Hat die Mücke ein geeignetes Plätzchen gefunden, legt sie die Eier direkt auf die Wasseroberfläche ab. Mücken paaren sich von März bis Oktober. Ein einzelnes Weibchen kann zwischen 100 bis 200 Eier ablegen. Im Herbst suchen die Weibchen einen kältegeschützten Platz zum Überwintern — im Frühjahr beginnt die Mückenplage von vorn.
Wie Sie der Mückenplage vorbeugen können
Haben Sie Ihren Gartenteich gerade erst angelegt, sollten Sie bereits die geeigneten Vorkehrungen treffen, damit die Mücken gar nicht erst kommen. Diese Maßnahmen sind auch wichtig, wenn Sie die Mücken erfolgreich bekämpft haben.
Wasserbewegungen
Mücken bevorzugen für die Eiablage stille, ruhige Gewässer. Bewegt sich das Wasser, suchen die Weibchen nach einem ruhigeren Brutplatz. Wasserbewegungen schaffen Sie mit einem Springbrunnen oder einem künstlich angelegten Wasserfall. Eine Filteranlage sollten Sie auch nachts laufen lassen — so wird die Wasseroberfläche dauerhaft in Bewegung gehalten.
Moskitonetz
Moskitonetze sind für den Mückenschutz an Türen und Fenstern gedacht, doch können sie auch gute Dienste leisten, wenn sie über den Teich gespannt werden — Mücken können ihre Eier dann nicht auf der Wasseroberfläche ablegen.
Schlamm im Teich reduzieren
Reinigen Sie Ihren Teich mindestens einmal pro Jahr komplett. Schlamm am Teichboden ist nicht nur eine Nährstoffquelle für Algen, sondern auch ein idealer Lebensraum für Mückenlarven. Entfernen Sie den Teichschlamm regelmäßig mit einem Teichschlammsauger und beugen Sie so einer hohen Stechmückenpopulation aktiv vor.
Maßnahmen zur Mückenbekämpfung
Um die lästigen Stechmücken loszuwerden, können Sie verschiedene Maßnahmen treffen — Sie können die Mücken töten oder vertreiben.
Bekämpfung der Mückenlarven
Sie sollten den Fokus auf die Bekämpfung der Mückenlarven legen. Mit der Bekämpfung der Larven unterbrechen Sie den Kreislauf und verhindern, dass die Plage in der nächsten Saison wieder beginnt. Mückenlarven erkennen Sie an:
- zuckenden Bewegungen an der Wasseroberfläche
- kleinen schwarzen Körpern
- Kopf unter Wasser gerichtet
- Verstecken zwischen Teichpflanzen oder Untertauchen bei Gefahr
Mückenlarven manuell abfischen
Die einfachste Möglichkeit, Mückenlarven loszuwerden, ist das manuelle Abfischen mit einem engmaschigen Kescher. Bevor sich die Larven verpuppen, durchlaufen sie vier Entwicklungsstadien — das kann bis zu drei Wochen dauern. Entdecken Sie Larven, sollten Sie sofort handeln.
So gehen Sie vor:
- Nähern Sie sich dem Teich ruhig und ohne hastige Bewegungen.
- Bringen Sie den Kescher in Position über der Teichoberfläche.
- Positionieren Sie den Kescher so, dass Sie lange Bahnen ziehen können, ohne ihn herausnehmen zu müssen.
- Tauchen Sie den Kescher langsam zu Dreiviertel ins Wasser — so erwischen Sie auch abtauchende Larven.
- Ziehen Sie den Kescher zügig ohne Stopp aus dem Wasser.
- Entsorgen Sie die abgefischten Larven in einem Plastikbeutel.
- Wiederholen Sie den Vorgang nach drei Stunden — dann sind die untergetauchten Larven wieder an der Oberfläche.
- Versuchen Sie, auch die Zwischenräume der Teichpflanzen zu erreichen.
💡 Tipp: Sie müssen die abgefischten Mückenlarven nicht wegwerfen — sie sind ein beliebtes Futter für Teichfische. Die Larven können Sie auch einfrieren und tiefgekühlt verfüttern.
Bekämpfung mit Fressfeinden
Für so manche Teichfische sind Mückenlarven eine echte Delikatesse. Gehen Sie sparsam mit dem Fischfutter um, damit Ihre Fische wirklich Appetit auf die Larven haben. Gute Larvenfresser sind:
- Elritzen (Phoxinus phoxinus)
- Goldorfen (Leuciscus idus)
- Goldfisch (Carassius auratus)
- Rotauge (Rutilus rutilus)
- Schneiderkarpfen (Leucaspius delineatus)
- Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus)
Libellen sind natürliche Fressfeinde der Mückenlarven — leider werden sie in Mitteleuropa immer seltener. Sie können Libellen jedoch mit bestimmten Pflanzen in Teignähe anlocken:
- Schilfgewächse (Phragmites)
- Hornkraut (Ceratophyllum submersum)
- Seerosen (Nymphae)
- Ähriges Tausendblatt (Myriophyllum spicatum)
Fleischfressende Pflanzen zur Bekämpfung
Schwimmschläuche sind karnivore Teichpflanzen, die sich von Kleinorganismen wie Mückenlarven ernähren. Ihre Fangorgane breiten sich weit aus und reichen nicht bis auf den Boden. Mit ihren orchideenähnlichen Blüten sind sie zudem dekorativ.
Bekämpfung mit biologischen Mitteln
Zur Bekämpfung von Mückenlarven können Biozide mit dem Bakterium Bacillus thuringiensis israelensis verwendet werden. Es ist für Menschen, Bienen und andere nützliche Insekten völlig unschädlich und schadet auch erwünschten Teichbewohnern nicht. Im Handel erhältlich unter dem Namen Neudomück (Neudorff) oder als Culinax-Tabs. Die Wirkungsdauer beträgt vier bis sechs Wochen.
Sagen Sie den Mücken den Kampf an
Nicht nur die Mückenlarven, sondern auch die ausgewachsenen Mücken selbst können Sie bekämpfen. Libellen fressen nicht nur Larven, sondern auch umherschwirrende Mücken. Weitere Maßnahmen:
Mückenfallen
Mückenfallen arbeiten mit CO2 und speziellen Lockstoffen, die Mücken anziehen. Mit einer Saugfunktion werden die Mücken eingefangen und abgetötet — eine effiziente Methode auch zur Vorbeugung neuer Populationen.
Insektenspray
Gegen umherfliegende Mücken können Sie Insektenspray verwenden — chemische Insektizide ebenso wie umweltschonende Bio-Produkte. Beachten Sie: Die meisten Sprays töten auch nützliche Insekten wie Bienen und Hummeln.
Duftstoffe gegen Mücken
Mücken mögen verschiedene Gerüche gar nicht. Bestimmte Pflanzen in Teichnähe vertreiben sie auf natürliche Weise, ohne nützliche Insekten zu schädigen:
- Katzenminze
- Gewürzlorbeer
- Tomaten
- Salbei
- Lavendel
- Zitronengras
- Zitronenmelisse
- Walnussbaum
Fazit
Gartenteiche sind ideale Brutstätten für Stechmücken — doch mit den richtigen Maßnahmen lässt sich die Plage wirksam eindämmen. Wasserbewegung durch Springbrunnen oder Wasserfall hält Mücken von der Eiablage ab. Regelmäßiges Absaugen des Teichschlamms reduziert den Lebensraum der Larven spürbar. Fleischfressende Fische, Libellen und karnivore Pflanzen helfen auf natürliche Weise. Für hartnäckige Fälle stehen biologische Mittel und Mückenfallen zur Verfügung.
Klares, sauberes Wasser ist die beste Prävention — es bietet Mücken weniger Lebensraum und Ihnen mehr Freude am Teich.
Ihr blauteich.de Team