Haben Sie Fische in Ihrem Gartenteich, sind Krankheiten niemals völlig auszuschließen. Vor allem in den Sommermonaten bei großer Hitze kann das Teichwasser kippen und sich die Wasserwerte stark verändern — durch starke Algenentwicklung, Einträge wie Laub oder Blütenpollen oder schwülheiße Luft. Für die Fische kann das den Tod bedeuten, da sie ersticken oder sich vergiften können. Mit den richtigen Maßnahmen sind die Fische mitunter noch zu retten.
Ursachen von Vergiftungen bei Fischen
Vergiftungen bei Fischen können verschiedene Ursachen haben — haltungsbedingte wie äußere Einflüsse.
Haltungsbedingte Ursachen sind:
- zu hoher Besatz
- zu starke Fütterung — nicht aufgefressenes Futter verdirbt das Wasser
- Fäulnis auf dem Teichboden
- zu seltener Wasserwechsel
- Ausfall oder zu kleiner Teichfilter
- starke Algenentwicklung
- hohe Kohlendioxidkonzentration
- unbemerkt gestorbene Tiere, die verwesen
Äußere Ursachen können sein:
- Chlor
- Kupfer
- Insektenvernichtungsmittel
- Waschmittel
- Lösungsmittel
Vergiftungen können Sie verhindern, indem Sie regelmäßig die Wasserwerte kontrollieren, gestorbene Tiere sofort aus dem Teich entfernen und den Filter regelmäßig reinigen oder austauschen.
Verhalten der Fische bei Vergiftungen
Sie sollten Ihre Fische regelmäßig beobachten — am Verhalten erkennen Sie frühzeitig, wenn etwas nicht stimmt. Sind die Fische vergiftet, können ungewöhnlich viele tote Fische auftreten, die mitunter ohne erkennbare Ursache sterben. Die Fische atmen ungewöhnlich schnell und schnappen an der Wasseroberfläche nach Luft. Sie können ungewöhnlich schnell durch das Wasser jagen — deuten Sie das nicht als Vitalität, wenn Ihre Fische sonst eher ruhig sind. Werden die Fische apathisch und schwach, steht der Tod zumeist kurz bevor.
Verschiedene Arten von Vergiftungen
Nitritvergiftung — die häufigste Vergiftung
Die wahrscheinlich häufigste Vergiftung bei Fischen ist die Nitritvergiftung. Nitrit entsteht durch Ausscheidungen der Fische, nicht gefressenes Fischfutter oder Algen und ist bereits in kleinen Mengen hochgiftig. Bei zu hohem Besatz kann es schnell zu Nitritvergiftungen kommen — innerhalb kurzer Zeit kann der gesamte Fischbestand sterben. Auch Spätschäden können auftreten, sodass Fische noch Wochen später sterben.
Kontrollieren Sie regelmäßig die Wasserwerte und tauschen Sie das Wasser bei Nitritbelastung aus — im Sommer wöchentlich etwa 25 Prozent, bei hoher Belastung 50 bis 80 Prozent. Vor allem bei neu angelegten Teichen besteht erhöhte Gefahr.
Nitratvergiftung — Folgeprodukt von Nitrit
Als Folgeprodukt von Nitrit im Stickstoffkreislauf bildet sich Nitrat. Es ist sogar nützlich, da Pflanzen es als Nährstoff brauchen — bis 50 mg/l ist es für Pflanzen unschädlich, für Jungfische sollte die Konzentration nicht über 20 mg/l liegen. Da Nitrat bereits im Leitungswasser enthalten ist, sollten Sie beim zuständigen Wasserwerk den Grundwert erfragen.
Vergiftung durch Ammonium oder Ammoniak
Ammoniak bildet sich aus Ammonium erst ab einem pH-Wert von 7 oder mehr. Bei pH 9,4 sind bereits 50 Prozent Ammoniak und 50 Prozent Ammonium vorhanden. Während Ammonium ungiftig oder nur schwach giftig ist, ist Ammoniak stark giftig. Kontrollieren Sie regelmäßig den pH-Wert und wechseln Sie regelmäßig das Wasser, um eine Ammoniakvergiftung zu verhindern.
Anzeichen einer Ammoniakvergiftung:
- Fische schnappen an der Wasseroberfläche nach Luft
- Fische liegen am Boden
- Appetitlosigkeit
- Fische schwimmen auf der Seite
- angestrengte Schwimmbewegungen
- gerötete Kiemen
- rote Streifen in den Flossen
Vergiftung durch Kohlendioxid
Am Morgen ist die Konzentration an Kohlendioxid am höchsten — es entsteht durch die Atmung der Fische und wird tagsüber von den Pflanzen absorbiert, nachts stoßen aber auch Pflanzen Kohlendioxid aus. Die Konzentration sollte nicht höher als 15 mg/l sein. Ist zu viel Kohlendioxid im Wasser, können Fische nicht mehr genügend Sauerstoff über die Kiemen aufnehmen und ersticken. Mit einem Test können Sie den Gehalt regelmäßig kontrollieren.
Kupfervergiftung — verschiedene Ursachen
Als Ursachen einer Kupfervergiftung kommen Algenvernichtungsmittel, Kupferwasserleitungen oder Medikamente in Frage. Verwenden Sie biologische Algenvernichtungsmittel und lassen Sie bei einem Wasserwechsel das Wasser einige Minuten laufen, damit Kupferrückstände aus den Leitungen gespült werden.
Fäulnisprozesse am Teichboden sind eine der häufigsten Ursachen für Vergiftungen — sie entstehen durch Futterreste, Algenreste und abgestorbene Pflanzenteile. Regelmäßiges Absaugen des Teichschlamms unterbricht diesen Kreislauf und schützt Ihre Fische nachhaltig.
Vergiftung durch Chlor
Chlor erkennen Sie am Geruch des Leitungswassers. Lassen Sie das Wasser vor dem Einfüllen in den Teich einige Minuten mit hartem Wasserstrahl laufen — so entweicht das Chlor.
Vergiftung durch Schwefelwasserstoff
Fäulnisprozesse am Teichboden führen zur Entstehung von Schwefelwasserstoff — erkennbar am stechenden Geruch nach faulen Eiern. Füttern Sie Ihre Fische nicht zu stark und entfernen Sie den Bodengrund regelmäßig aus dem Teich, um die Bildung von Schwefelwasserstoff zu verhindern.
Behandlung von Vergiftungen
Häufig hilft es, große Teile des Wassers zu wechseln, wenn Sie Vergiftungserscheinungen bemerken. Allerdings können Vergiftungen auch mit dem Wasserwechsel zusammenhängen — konsultieren Sie daher einen auf Fische spezialisierten Tierarzt und bewahren Sie bei einem Wasserwechsel einen Eimer des ursprünglichen Wassers zur Untersuchung auf.
Fazit
Vergiftungen bei Fischen entstehen durch Fehler in der Haltung oder äußere Einflüsse — am häufigsten durch Nitrit. Die Fische schnappen an der Wasseroberfläche nach Luft, werden apathisch oder sterben. Regelmäßige Wassertests, kontrollierter Fischbesatz und das Absaugen von Schlamm und Fäulnis am Teichboden sind die wichtigsten Schutzmaßnahmen. Im Zweifel gilt: lieber einmal mehr die Wasserwerte messen als einmal zu wenig.
Ihr blauteich.de Team