Der August ist der anspruchsvollste Monat für den Gartenteich. Die Wassertemperaturen erreichen ihr Jahreshoch, der Sauerstoffgehalt sinkt auf seinen Tiefststand, und Algen wachsen schneller als in jedem anderen Monat. Gleichzeitig ist die biologische Last im Teich durch Fischkot, Futterreste und organischen Eintrag am höchsten.
Wer im August täglich kurz schaut und konsequent handelt, hält den Teich stabil. Wer wartet, bis ein Problem sichtbar wird, hat es oft schwerer, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Hier sind die sieben wichtigsten Teicharbeiten im August.
1. Wasserwerte täglich messen – jetzt mehr als je sonst
Im August können sich Wasserwerte innerhalb von Stunden kritisch verändern – nicht innerhalb von Tagen wie im Frühjahr. Bei Hitzewellen ist tägliche Kontrolle keine Übervorsicht, sondern die wichtigste Einzelmaßnahme.
Diese Werte sollten Sie im August täglich im Blick haben:
- Sauerstoff: Mindestens 8 mg/l bei 20 °C – bei 28 °C Wassertemperatur sinkt die mögliche Sättigung auf unter 8 mg/l. Morgens messen, dann ist der Wert am niedrigsten.
- pH-Wert: Optimal zwischen 7,5 und 8,3. Im August durch starke Algenaktivität tagsüber oft deutlich höher – abends und nachts fällt er wieder.
- Ammoniak/Ammonium: Bei Hitze steigt die Ammoniakproduktion durch Fische und organische Zersetzung. Gleichzeitig erhöht ein hoher pH-Wert den Anteil des giftigen freien Ammoniaks.
- Nitrit: Besonders kritisch nach Algenbehandlungen oder bei überlasteter Filterbiologie.
- Phosphat: Hohe Phosphatwerte im August sind der Haupttreiber für anhaltenden Algendruck.
2. Sauerstoffversorgung aktiv sicherstellen
Warmes Wasser löst weniger Sauerstoff als kühles – das ist Physik. Bei 28–30 °C Wassertemperatur kann selbst ein funktionierender Filter und gesunde Bepflanzung nicht mehr ausreichend Sauerstoff liefern, wenn der Verbrauch durch Fische, Bakterien und organische Zersetzung zu hoch ist.
Diese Maßnahmen erhöhen den Sauerstoffgehalt im August zuverlässig:
- Belüfter und Pumpen dauerhaft laufen lassen – auch nachts, wenn der Sauerstoffgehalt am stärksten fällt
- Wasserspiele, Bachläufe und Springbrunnen einschalten – Wasserbewegung an der Oberfläche ist der effektivste natürliche Sauerstoffeintrag
- Sauerstoffpflanzen ergänzen – Hornkraut, Wasserpest und Tausendblatt produzieren tagsüber aktiv Sauerstoff
- Bei Hitzewellen: OXYLIFTER griffbereit halten – für den Notfall, wenn Fische an der Oberfläche schnappen
3. Wasserstand täglich kontrollieren und nachfüllen
Im August verdunstet deutlich mehr Wasser als in den kühleren Monaten – bei Hitze und Wind kann der Wasserstand täglich um mehrere Zentimeter sinken. Ein sinkender Wasserstand erhöht die Wassertemperatur, konzentriert Schadstoffe und kann die Pumpe beschädigen, wenn sie trocken läuft.
Füllen Sie nach, wenn der Wasserstand um mehr als fünf Zentimeter gesunken ist. Leitungswasser langsam und von erhöhter Position einlaufen lassen – so mischt es sich gut durch und trägt gleichzeitig Sauerstoff ins Wasser. Wer größere Mengen Leitungswasser einlässt, sollte danach den Chlorgehalt und die Wasserwerte kontrollieren.
4. Fische beobachten und richtig füttern
Im August gilt mehr denn je: weniger ist mehr beim Füttern. Nicht gefressenes Futter zersetzt sich bei sommerlichen Temperaturen sehr schnell und setzt Ammoniak frei – einer der gefährlichsten Wasserwerte im Hochsommer. Die Faustregel bleibt unverändert: nur so viel füttern, wie die Fische in fünf Minuten vollständig fressen.
Bei Wassertemperaturen über 28 °C Fütterung stark reduzieren. Bei über 30 °C besser ganz pausieren – der Stoffwechsel der Fische ist bei diesen Temperaturen so belastet, dass Verdauung den Sauerstoffmangel-Stress noch verstärkt.
Beobachten Sie Ihre Fische täglich auf Warnsignale:
- Fische stehen apathisch an der Oberfläche – Sauerstoffmangel oder erhöhter Ammoniakwert, sofort messen
- Fressunlust – Wasserqualität prüfen
- Kiemen spreizen sich ab – mögliche Ammoniak- oder Nitritvergiftung
- Verfärbungen, Flossenschäden – mögliche Erkrankung, kranke Fische isolieren
Tote Fische sofort entfernen – sie setzen beim Zersetzen schnell große Mengen Ammoniak frei und gefährden die verbleibenden Fische.
5. Algen täglich kontrollieren und bekämpfen
Im August wachsen Algen schneller als in jedem anderen Monat. Fadenalgen die morgens noch dünn im Wasser hängen, können sich bis zum Abend deutlich ausgebreitet haben. Tägliches Abfischen mit Kescher, Algenbürste oder Rechen ist deshalb keine Übertreibung.
Abgefischte Algen kurz am Teichrand liegenlassen, damit Kleinstlebewesen ins Wasser zurückfinden – dann aber kompostieren, nicht zurück in den Teich.
Bei stärkerem Algenwachstum reicht mechanisches Entfernen allein nicht mehr aus. Dann den kombinierten Ansatz wählen: Algen bekämpfen, Phosphat als Hauptnährstoff binden und die Wasserbiologie stabilisieren.
6. Teich vor Mittagssonne schützen
Direkte Mittagssonne heizt das Teichwasser weiter auf, reduziert den Sauerstoffgehalt und fördert das Algenwachstum. An besonders heißen Tagen lohnt sich eine Beschattung zwischen 11 und 15 Uhr.
Natürliche Beschattung durch Schwimmpflanzen wie Seerose oder Froschbiss ist die eleganteste Lösung – sie beschattet die Wasseroberfläche und produziert dabei Sauerstoff. Ziel ist eine Bedeckung von etwa einem Drittel bis zur Hälfte der Wasseroberfläche.
Wo Pflanzen nicht ausreichen, helfen Sonnensegel oder Sonnenschirm. Fische und andere Teichbewohner profitieren ebenfalls von kühleren Schattenbereichen – gerade Koi und Goldfische meiden bei Hitze die stark besonnten Zonen.
7. Pflanzen pflegen und Teichboden sauber halten
Abgestorbene Pflanzenteile im Teich zersetzen sich und liefern Nährstoffe für Algen – deshalb regelmäßig entfernen. Verblühte Blüten abschneiden fördert die Nachblüte und reduziert organischen Eintrag ins Wasser. Uferpflanzen bei anhaltender Trockenheit täglich bewässern.
Schnell wachsende Unterwasserpflanzen wie Hornkraut oder Wasserpest im August regelmäßig ausdünnen – bei zu dichtem Wuchs verbrauchen sie nachts mehr Sauerstoff als sie tagsüber produzieren, was den Sauerstoffgehalt in den Morgenstunden zusätzlich drückt.
Wenn sich am Teichboden sichtbar Schlamm angesammelt hat, ist auch im August ein gezieltes Absaugen sinnvoll – besonders vor Hitzewellen, wenn die Zersetzung sich beschleunigt und mehr Ammoniak und Phosphat freisetzt.
Fazit: Im August entscheidet Konsequenz
Der August vergibt keine langen Pausen. Täglich kurz schauen – Wasserstand, Wasserwerte, Fische, Algen – hält den Teich mit überschaubarem Aufwand stabil. Die meisten Probleme im Hochsommer sind nicht das Ergebnis eines einzelnen Ereignisses, sondern von ein paar Tagen ohne Aufmerksamkeit.
Wer die Grundlagen im Griff hat – Sauerstoff sicherstellen, sparsam füttern, Algen früh entfernen, Phosphat binden – kommt gut durch den heißesten Monat des Jahres.
Weiterführende Ratgeber: