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Molche im Gartenteich ansiedeln

Molche sind nützlich und sorgen dafür, dass Sie sich im Sommer nicht über Mücken und andere lästige Insekten ärgern müssen. Sie leiden jedoch darunter, dass die Umwelt immer stärker von den Menschen verändert wird. Daher mögen Molche naturnahe Gartenteiche. Es ist oft gar nicht so schwer, Molche in den Gartenteich zu bekommen. Schwieriger wird es jedoch, wenn die Molche dauerhaft bleiben sollen. In neu angelegten Teichen siedeln sich Molche schnell an. Sollen die Molche sich auf Dauer in Ihrem Teich aufhalten, kommt es auf genügend Versteckmöglichkeiten an.

Immer weniger Gewässer für die Fortpflanzung der Molche

Molche finden in der freien Natur immer weniger Gewässer, in denen sie ihre Eier ablegen können. Sie bevorzugen zur Eiablage kleine Weiher, in denen sich keine Fische aufhalten. Durch das immer stärkere Eingreifen des Menschen in die Natur werden solche Gewässer immer seltener — häufig wurden sie eingeebnet, mit Fischen besetzt oder für die Landwirtschaft geopfert.

Zur Ablage ihrer Eier nutzen Molche auch temporäre Kleingewässer oder Überschwemmungsflächen. Aufgrund von Eindeichung oder Drainage sind solche Wasserflächen fast schon von den Landkarten verschwunden. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich Molche schon nach kurzer Zeit an frisch angelegten Gartenteichen ansiedeln. Damit sich dauerhaft eine Population aufbauen kann, sollten genügend Pflanzen und Versteckmöglichkeiten vorhanden sein.

Laichverhalten der Molche

Sie sollten über die Lebensweise und das Laichverhalten der Molche Bescheid wissen, wenn Sie diese kleinen Schwanzlurche in Ihrem Gartenteich ansiedeln wollen. Molche sind wechselwarm — sie überstehen den Winter, indem sie bei kalten Temperaturen in eine Kältestarre fallen. Damit sie während dieser Zeit geschützt sind, benötigen sie genügend Versteckmöglichkeiten.

Die Tiere wandern in Mitteleuropa schon nach dem Frost zu ihren Laichgewässern. In einigen Regionen sind die ersten Molche schon Ende Februar im Wasser anzutreffen. Die Molche laichen zumeist im März und April und benötigen dafür eine Wassertemperatur von mindestens 8 Grad. Die ausgewachsenen Molche verlassen schon nach wenigen Wochen das Wasser, um in ihren Lebensraum an Land zurückzukehren.

Sind die Molchlarven aus den Eiern geschlüpft, bleiben sie bis zu drei Monaten im Wasser. Sie sind dann etwa drei Zentimeter groß.

💡 Tipp: Sauberes Wasser ist die Grundlage für einen Molchteich

Molche reagieren empfindlich auf schlechte Wasserqualität. Schlamm am Teichboden setzt Nährstoffe frei, fördert Algenwachstum und trübt das Wasser. Regelmäßiges Absaugen des Schlamms hält das Wasser klar und schafft optimale Bedingungen für Molche und ihre Larven.

Anlegen eines Molchteichs

Planen Sie erst den Teichbau und möchten Sie Molche ansiedeln, können Sie sich für einen Molchteich entscheiden, in dem Sie auf Fische verzichten. Ein solcher Teich sollte möglichst naturnah sein. Für gute Bedingungen sorgt eine flache Uferzone. Der Teich muss nicht tiefer als 60 bis 80 Zentimeter sein. Für genügend Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten sollten sich im Teich und im Uferbereich viele Pflanzen befinden. Feinblättrige Uferpflanzen eignen sich gut für die Fortpflanzung. Da die Molche am Ufer überwintern, ist es kein Problem, wenn der Molchteich im Winter zufriert.

Geeignete Pflanzen für den Molchteich

Damit die Molche nicht nur Ihren frisch angelegten Teich besiedeln, sondern auch auf Dauer bleiben, kommt es auf die richtigen Pflanzen im und am Wasser an:

  • In der Tiefwasserzone eignen sich Seerosen und andere Schwimmblattpflanzen, da sie den Teich beschatten und den Tieren Schutz vor Fressfeinden bieten.
  • In der Sumpf- und Flachwasserzone bieten Pfeilblatt, Zwergrohrkolben und Schwanenblume gute Versteckmöglichkeiten. Der Übergang von der Sumpfzone zur Flachwasserzone kann mit Tannenwedel, Wasserdickblatt und Sumpfsimse bepflanzt werden. An den Blättern dieser Pflanzen können die Molche ihre Eier ablegen. Für die Flachwasserzone eignen sich Schwimmendes Laichkraut, Hechtkraut und Wasserfeder sowie Wasserpest, Hornblatt, Tausendblatt und Wasserstern.
  • Die Uferzone sollten Sie für gute Versteckmöglichkeiten dicht bepflanzen. Geeignet sind Gauklerblumen, Bachnelkenwurz und Sumpfdotterblumen. Zusätzliche Verstecke schaffen Äste, Steine und Wurzelstöcke.

Wann verschwinden Molche aus dem Teich?

Die erwachsenen Molche verschwinden einige Wochen nach der Eiablage aus dem Teich, während die Molchlarven nach etwa drei Monaten den Teich verlassen — ungefähr Ende Juni.

Es kann aber auch passieren, dass sich die Molche zurückziehen, weil sie sich bei den gegebenen Bedingungen nicht wohlfühlen. Fische sollten Sie nicht im Teich halten — sie sind Nahrungskonkurrenten, fressen den Laich der Molche und verschlechtern durch ihre Ausscheidungen und Futterreste die Wasserqualität.

Molche verschwinden auch, wenn Sie die Pflanzen im und am Wasser stark dezimieren — ohne Versteckmöglichkeiten fühlen sie sich nicht mehr sicher.

Was fressen Molche im Gartenteich?

Molche fressen keine Pflanzen — sie sind Fleischfresser und dezimieren Mücken sowie andere Plagegeister. Sie müssen die Molche nicht füttern, da sie sich selbst versorgen. Sie ernähren sich von Kleinkrebsen, Insekten wie Mücken und Fliegen sowie deren Larven. Erwachsene Molche fressen auch Schnecken und Regenwürmer. Haben die Molche im Teich nicht genügend Futter, fressen sie mitunter ihren eigenen Laich und die eigenen Larven.

Wenn Sie viele Molche im Teich haben und nicht genügend Futter vorhanden ist, können Sie mit Würmern — etwa Regen- oder Mehlwürmern — zufüttern.

Wie können Sie Molche in den Teich bekommen?

Haben Sie einen Gartenteich, können Sie mit den richtigen Maßnahmen dafür sorgen, dass sich Molche ansiedeln. Verzichten Sie auf Fische, gestalten Sie den Teich naturnah mit einer flachen Uferzone und pflanzen Sie reichlich im Teich und am Ufer. Äste, Steine und Totholz im Uferbereich machen den Teich zusätzlich attraktiv und bieten wichtige Versteckmöglichkeiten.

Welche Molche sind giftig?

Bei den heimischen Molcharten

  • Teichmolch
  • Kammmolch
  • Fadenmolch
  • Bergmolch

müssen Sie keine Sorge haben — sie sind ungiftig, was besonders wichtig ist, wenn sich Kinder am Gartenteich aufhalten und die Tiere anfassen.

Giftig sind hingegen Molche aus südlichen Regionen wie der Grünliche Wassermolch oder der Gelbbauchmolch. Sie verfügen über ein Gift, das dem des Kugelfisches ähnelt, und sind teilweise hochgiftig.

Wie alt kann ein Molch werden?

Molche werden gern von Vögeln und größeren Fischen gefressen und haben daher in freier Wildbahn oft nur eine kurze Lebenserwartung von wenigen Jahren. Bei guten Bedingungen — ausreichend Versteckmöglichkeiten, keine Fressfeinde — können sie jedoch bis zu 20 Jahre alt werden. Das gilt auch in Gefangenschaft im Aquarium.

Welche Molcharten gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es vier Molcharten, die sich an Ihrem Gartenteich ansiedeln können:

  • Der Teichmolch ist der am häufigsten vorkommende Molch und wird bis zu elf Zentimeter lang. Er hat eine glatte, gelbbraun bis schwarzgrau gefärbte Haut. Die Männchen entwickeln zur Paarungszeit dunkle Punkte auf dem Rücken und einen flexiblen Kamm.
  • Der Kammmolch wird 10 bis 20 Zentimeter lang, wobei die Weibchen etwas größer sind. Seine Haut erinnert an Asphalt. Die Männchen tragen zur Paarungszeit einen hohen, gezackten Hautkamm.
  • Der Bergmolch kommt bevorzugt in Bergregionen vor. Männchen werden etwa neun, Weibchen etwa zwölf Zentimeter lang. Zur Paarungszeit haben die Männchen eine bläuliche Rückenfärbung mit schwarz-weißen Flanken und einen gelblichen bis orangeroten Bauch.
  • Der Fadenmolch kommt eher selten vor. Männchen werden etwa 8,5, Weibchen etwa 9,5 Zentimeter lang. Beide haben einen braunen Rücken mit dunklen Flecken und zur Paarungszeit einen hellgelben Bauch.

Was brauchen Molche zum Leben?

Molche, vor allem die häufig vorkommenden Teichmolche, stellen keine hohen Ansprüche an ihr Biotop. Sie benötigen nur einen kleinen Teich, der nicht tiefer als 80 Zentimeter sein muss. Die Uferzone sollte flach sein — nicht tiefer als zehn Zentimeter — damit die Tiere leicht ins Wasser gelangen und es auch bequem wieder verlassen können.

Der Teich sollte nicht durchgängig flach sein, damit die Tiere im tieferen Bereich laichen und sich verstecken können. Im Uferbereich sollten sich genügend Versteckmöglichkeiten befinden — Hecken, Solitärsträucher und Blumenwiesen, die nur im Herbst gemäht werden, bieten gute Bedingungen für die Überwinterung.

Fazit

Molche sind faszinierende und nützliche Teichbewohner, die sich in naturnahen Gartenteichen schnell ansiedeln. Wichtigste Voraussetzungen: kein Fischbesatz, eine flache Uferzone, viele Pflanzen und ausreichend Versteckmöglichkeiten. Sauberes, klares Wasser ohne übermäßige Schlamm- und Algenbildung ist die Grundlage — nur dann fühlen sich Molche dauerhaft wohl und bauen eine stabile Population auf.

Ihr blauteich.de Team

Über den Autor

Stefan Bartosch

Stefan Bartosch ist einer der Gründer von Blauteich und beschäftigt sich mit der Analyse von Teichsystemen, Wasserwerten und der praktischen Umsetzung nachhaltiger Teichpflege. Sein Fokus liegt auf verständlichen und praxisnahen Lösungen für dauerhaft klares Teichwasser.


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